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Armut - (k)eine Kinderkrankheit?!

Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes am Weltkindertag

Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland öffnet sich immer weiter. Und ganz besonders sind es die Kinder, die unter all den negativen Folgen zu leiden haben. Schon 2,6 Millionen Kinder leben in Deutschland auf Sozialhilfeniveau und damit in Armut und sozialer Ausgrenzung. Wer glaubt, dies könnte vor seiner Haustüre nicht der Fall sein, der irrt.

Allein in Friedrichshafen gibt es 854, im gesamten Bodenseekreis gar 2197 solcher Kinder - Zahlen, die beunruhigen sollten, die aber leider von der grossen Politik bisher lediglich zur Kenntnis genommen werden.

Deshalb will der Deutsche Knderschutzbund (DKSB) am Weltkindertag (Donnerstag, 20.09.2007) mit einer spektakulären Aktion Politik und Bevölkerung aufrütteln. Von 12.30 bis 13.30 Uhr wird für jedes in Armut lebende Kind in Friedrichshafen im Stadtgarten zwischen Ufer- und Karlstrasse beim Gondelhafen ein Fähnchen aufgestellt. Dazu werden neben Vertretern der Stadt auch Schüler aus der Grund- und Hauptschule Fischbach und der Schreieneschschule erwartet. Viele andere Städte und Kommunen im ganzen Bundesgebiet beteiligen sich an der Aktion, so z.B. Tuttlingen, Rottweil und Freudenstadt in der näheren Umgebung bis hinauf nach Schleswig-Holstein - insgesamt sollen 2,6 Millionen Fähnchen gesteckt werden.

Von insgesamt 15 Millionen Kindern und Jugendlichen von 0 bis 17 Jahren ist jedes sechste Kind von materieller Armut betroffen. d.h. der Lebensunterhalt wird durch Hartz-IV-Bezüge bestritten. Besonders beunruhigend findet Heinz Hilgers, der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, dass sich die Zahl der Betroffenen seit dem Jahr 2004 verdoppelt hat. " In der Konsequenz bedeutet das für viele Kinder, erstens eine erhebliche Reduzierung ihrer Chancen auf einen guten Schulabschluss, zweitens einen mangelhaften Gesundheitszustand bedingt durch schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung und drittens eine verminderte Förderung und Teilnahme an kulturellen- und Freizeitaktivitäten. Hinzu kommt, dass auch das Familienleben in vielen Hartz-IV-Familien Problem beladen verläuft und sich deshalb negativ auf die Entwicklung der Minderjährigen auswirkt " erläutert Hilgers die Auswirkungen der Kinderarmut. Neben einer grundlegenden Revision der Hartz-IV-Gesetze fordert er von der Bundesregierung die Einführung flächendeckender Angebote von kindgerechten, kostenfreien und ganztägigen Betreuungsmöglichkeiten in allen Altersgruppen.

Zum Weltkindertag machen 2,6 Millionen blauer Fähnchen sichtbar, was hinter vielen Haustüren in Deutschland traurige Realität ist. Kinderarmut. Angesichts dieser Zahlen darf niemand die Augen verschliessen. Darum werden am Weltkindertag auch viele Unterstützer beim Fähnchenstecken dabei sein. Sie alle sind der Meinung, dass für Politik und Bevölkerung deutliche Zeichen gegen Kinderarmut gesetzt werden müssen - 2,6 Millionen Mal in Deutschland.


Fotos von unserer Aktion am 02.09.2007

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